Private Darlehen an Unternehmen: Aktuellen Handlungsbedarf prüfen

 

 

Kapitalgesellschaften, insbesondere kleinere GmbH’s mit nur geringem Eigenkapital, haben nicht in jedem Fall gute Karten bei den Banken oder Kreditinstituten. Oftmals gewähren ihnen die Geldhäuser nicht die beantragten und notwendigen finanziellen Mittel für Investitionen, weil es an den notwendigen Sicherheiten fehlt. Denn die GmbH haftet nur mit ihrem Stammkapital. Anders bei den Gesellschaftern der GmbH. Diese erhalten eher die gewünschten Finanzierungshilfen, denn als natürliche Personen haften sie mit ihrem vollen Vermögen. Daher ist es üblich, dass der Gesellschafter das Darlehen aufnimmt und es seiner Kapitalgesellschaft gewährt. Alternativ besitzt er selbst bzw. einer seiner nahen Angehörigen, Freunde oder Geschäftspartner die benötigten Geldmittel und stellt diese der GmbH zur Verfügung.

Idealerweise wird die Finanzhilfe vereinbarungsgemäß zurückgezahlt und die Darlehenszinsen der Besteuerung zugeführt. Dann ist alles gut. Doch was passiert, wenn die GmbH in Liquiditätsschwierigkeiten kommt? Hier ist Vorsicht geboten. Finanzämter beteiligen sich nur ungern an steuerlichen Verlusten. Daher plant der Gesetzgeber ab 2020, die steuerliche Anerkennung von Verlusten aus Kapitalvermögen zu ändern. So sollen bei Gläubigern, die einer Kapitalgesellschaft ein Darlehen oder eine Bürgschaft mit Rangrücktritt gewährt haben, ohne selbst Gesellschafter dieser Kapitalgesellschaft zu sein, keine Verluste aus Kapitalvermögen anerkannt werden, wenn die Finanzierungshilfe ganz oder teilweise nicht zurückgezahlt wird. Auch Gläubiger mit einer Beteiligung von weniger als 1 % am Stammkapital der empfangenden Kapitalgesellschaft sind davon betroffen. Bei einer höheren Beteiligung sollen Verluste zumindest als nachträgliche Anschaffungskosten auf die Beteiligung anerkannt werden. War die Finanzhilfe bereits vor dem 28.09.2017 als eigenkapitalersetzend zu beurteilen, besteht derzeit ein Wahlrecht, ob der Verlust bei Ausfall des Darlehens oder bei Inanspruchnahme der Bürgschaft als Anschaffungskosten auf die Beteiligung oder als ein mit Gewinnen verrechenbarer Verlust berücksichtigt werden soll.

Tipp: Es gibt verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, um die bestmögliche steuerliche Behandlung Ihrer Finanzierungshilfe auch in Zukunft zu ermöglichen. Doch bis zum Jahresende ist nicht mehr übermäßig Zeit. Auch wenn das Gesetzesvorhaben noch nicht beschlossen ist und ein Verlust aus der gewährten Finanzierungshilfe nur eine Worst-Case-Situation in der fernen Zukunft sein mag, sollten Sie nicht einfach abwarten. Sprechen Sie jetzt mit Ihrem steuerlichen Berater, um den Weg für die steuerliche Anerkennung eines möglichen Verlustes aus Kapitalvermögen auch in Zukunft zu sichern.

(Stand: 24.09.2019)

 

Standortsuche

 

suchen

Online-Beratung

Sie sind schon Mandant?

Anmelden
Mandantenportal

Passwort vergessen?

fastviewer

fastviewer

Download für Windows | Mac

Wir verwenden Cookies

Entscheiden Sie selbst, ob diese Website neben funktionell zum Betrieb der Website erforderlichen Cookies auch Betreiber-Cookies sowie Cookies für Tracking und Targeting verwenden darf. Weitere Details finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Einstellungen individuell anpassen Einstellungen jetzt speichern Alle Cookies zulassen und speichern
x