Eigenverbrauchspauschalen wieder gestiegen

 

 

In Gaststätten, Bäckereien, Fleischereien oder im Lebensmitteleinzelhandel ist es durchaus üblich, dass der Inhaber Waren für den Privatverbrauch entnimmt. Solche Privatentnahmen dürfen den betrieblichen Gewinn nicht mindern. Jede Warenentnahme gesondert aufzuzeichnen (Datum, Menge, Preis), ist jedoch sehr aufwendig und im stressigen Arbeitsalltag kaum machbar. Hinzu kommt, dass Betriebsprüfer die Einzelaufzeichnungen häufig anzweifeln. Um Diskussionen bei Betriebsprüfungen vorzubeugen und es Unternehmern leichter zu machen, veröffentlicht das Bundesfinanzministerium für die betroffenen Branchen in jedem Jahr Pauschbeträge. Dabei wird zwischen Entnahmen unterschieden, die mit 7 % und jenen, die mit 19 % Umsatzsteuer zu versteuern sind. Die Pauschbeträge sind Jahreswerte. Sie gelten für den Unternehmensinhaber und für jede in seinem Haushalt lebende Person. Dabei ist für Kinder bis zum 12. Lebensjahr nur die Hälfte, für Kleinkinder bis zum Alter von zwei Jahren nichts anzusetzen. Während die Pauschbeträge 2017 durchschnittlich um 7 % gegenüber dem Vorjahr gesunken sind, sind sie 2018 wieder um 2,7 % gestiegen.

Eigenverbrauchspauschalen für 2018

  Jahreswert je Person ohne Umsatzsteuer
Gewerbezweig 7 % USt 19 % USt insgesamt
Bäckerei 1.173 € 391 € 1.564 €
Fleischerei 858 € 833 € 1.691 €
Gaststätten      
a) mit Abgabe von kalten Speisen 1.085 € 1.047 € 2.132 €
b) mit Abgabe von kalten und warmen Speisen 1.627 € 1.703 € 3.330 €
Café und Konditorei 1.136 € 618 € 1.754 €
Einzelhandel Nahrungs-und Genussmittel 1.098 € 656 € 1.754 €
Einzelhandel Obst und Gemüse 265 € 228 € 493 €
Einzelhandel Getränke 101 € 291 € 392 €

Die Pauschbeträge können jedoch steuerlich nachteilig sein, denn sie sind selbst dann in vollem Umfang anzusetzen, wenn beispielsweise ein Gastronom und seine Familie in der Gaststätte gar kein warmes Mittagessen zu sich nehmen. Es gibt keine Abschläge, auch nicht bei Krankheit, Urlaub oder wegen individueller Ess- und Einkaufsgewohnheiten. Auch private Einkäufe, die getrennt von den betrieblichen Einkäufen getätigt werden, erkennt der Fiskus nur bei lückenloser Aufzeichnung aller Belege an.

Tipp

Es kann sinnvoll sein, alle Lebensmitteleinkäufe, die für das Unternehmen branchenspezifisch sind, über das Unternehmen zu tätigen. Die Einkäufe sind dann in vollem Umfang Betriebsausgaben und die Vorsteuer kann geltend gemacht werden. Die privaten Warenentnahmen sind umsatzsteuerpflichtig und werden in Höhe der jeweiligen Pauschbeträge dem Gewinn hinzugerechnet. 

(Stand: 12.12.2018)

 

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