Höhere Kosten bei doppelter Haushaltsführung absetzbar

 

 

Mobilität im Arbeitsleben nimmt immer mehr zu. Bereits 12,8 Millionen Beschäftigte pendeln in Deutschland zwischen ihrem Wohnort und ihrer Arbeitsstelle. Ist eine tägliche Heimkehr nicht möglich, richten sie sich sogar eine Zweitwohnung am Beschäftigungsort ein. Diese zusätzlichen Kosten summieren sich über die Jahre. Doch sie können in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

Die Aufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung können als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben abgezogen werden. Das betrifft die Fahrtkosten (0,30 Euro je Entfernungskilometer für eine Familienheimfahrt pro Woche) sowie die Verpflegungsmehraufwendungen (12 Euro für An- und Abreisetage sowie 24 Euro für Tage mit 24-stündiger Abwesenheit) während der ersten drei Monate der doppelten Haushaltsführung. Auch die Kosten der Zweitwohnung sind abzugsfähig. Für jeden Monat der doppelten Haushaltsführung dürfen bis zu 1.000 Euro angesetzt werden. Dazu gehören die Raummiete, die kalten und warmen Betriebskosten einschließlich der Stromkosten sowie die anfallende Zweitwohnungsteuer. Handelt es sich bei der Zweitwohnung um eine Eigentumswohnung, sind die Abschreibungen für Abnutzung und die Schuldzinsen statt der Miete ansetzbar.

Kosten für Einrichtungsgegenstände oder gemietetes Mobiliar sind nicht in die 1.000 Euro-Grenze einzubeziehen, sondern dürfen zusätzlich angesetzt werden. Dies entschied kürzlich der Bundesfinanzhof. Wird eine leere Wohnung angemietet und muss die Einrichtung selbst beschafft werden, so können die Aufwendungen im Jahr der Anschaffung in vollem Umfang als Werbungskosten berücksichtigt werden, wenn ihre Anschaffungskosten nicht mehr als 800 Euro betragen. War der Einrichtungsgegenstand teurer, so sind die Aufwendungen als Abschreibung für Abnutzung über die allgemeine Nutzungsdauer (bei Möbeln in der Regel 10 bis 13 Jahre) steuermindernd anzusetzen.

Handelt es sich bei der Zweitwohnung um eine möblierte Wohnung, darf der Mietanteil für die Möblierung zusätzlich als Werbungskosten abgezogen werden. Dabei ist der Aufteilung laut Mietvertrag zu folgen, wenn die Gesamtmiete bereits bei Vertragsabschluss in Miete für die Raumnutzung und Miete für die Nutzung der bereitgestellten Möbel aufgeteilt wurde. Alternativ müssen die Mietanteile geschätzt werden.

Tipp

Stimmen Sie das Schätzergebnis mit dem Vermieter ab. So können Unannehmlichkeiten durch Rückfragen der Finanzverwaltung aufgrund von Kontrollmitteilungen vermieden werden.

(Stand: 26.09.2019)

 

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