Kein Steuerbonus für familiäre Hilfe im Haushalt

Nur entgeltliche Dienstleistungen sind begünstigt

 

Für die ungeliebte Hausarbeit wird gern eine Haushalthilfe engagiert. Aber auch gesundheitliche Beschwerden oder das Alter setzen so manchem Grenzen bei der Hausarbeit und es muss Hilfe her. Für diese gibt es sogar einen Steuerbonus. Die von einem gewerblichen Dienstleister in Rechnung gestellten Aufwendungen können in Höhe von 20 Prozent der Lohnkosten, aber maximal 4.000 Euro pro Jahr, direkt die festzusetzende Einkommensteuer mindern. Wenn die Unterstützung im Haushalt aus der eigenen Familie käme, würde das Geld für die Arbeit im Familienverbund bleiben. Kann auch dabei der Fiskus beteiligt werden?

Vorangestellt werden muss dabei, dass an Vereinbarungen zwischen nahen Angehörigen immer sehr strenge Anforderungen gestellt werden. Hauptargument ist dabei der Fremdvergleich. Dies gilt auch für die Erbringung von haushaltnahen Dienstleistungen im Familienverbund. In einem aktuellen Urteil gewährten die Finanzrichter des Saarlandes keinen Steuerabzug für haushaltsnahe Dienstleistungen nach § 35a EStG. Bei den streitigen Aufwendungen handelte es sich um die Fahrtkosten für die Tochter, die jede Woche einmal zu ihrer Mutter fuhr, ihr die wöchentlichen Reinigungsarbeiten abnahm und sie beim Einkaufen unterstützte. Für die eigentliche Dienstleistung erhielt die Tochter kein Entgelt. Doch laut Gesetzesinterpretation sind unter haushaltnahen Dienstleistungen im Privathaushalt des Steuerpflichtigen gerade die Leistungen zu verstehen, die gegen Entgelt ausgeführt werden. Die Anerkennung scheiterte zudem auch an den fehlenden Rechnungen, die ein weiteres Indiz dafür waren, dass die Hilfe im Haushalt in der familiären Verbundenheit zwischen Tochter und Mutter begründet und damit steuerlich nicht im Sinne des Gesetzes förderfähig war.

Bei den entgeltlichen Fahrtkostenerstattungen an die Tochter handelt es sich vielmehr nur um die Rückzahlung von entstanden Auslagen. Gewerbliche Anbieter von haushaltnahen Dienstleistungen stellen ihre Fahrtkosten in der Regel zusätzlich zum Entgelt der Dienstleistung in Rechnung. Und dann gehören sie zu den vom Gesetzgeber geförderten Aufwendungen.

Hinweis: Bei der steuerlichen Berücksichtigung von haushaltnahen Dienstleistungen kommt es in erster Linie auf die entgeltlich erbrachten sonstigen Leistungen an. Wenn dann zusätzlich auch Fahrtkosten erstattet werden, sind diese auch förderfähig. Davon zu unterscheiden sind Aufwendungen für die Kinderbetreuung. Bei selbigen können zwei Drittel aller Aufwendungen an die Betreuungsperson steuerlich geltend gemacht werden, maximal 4.000 Euro pro Kind und Jahr. Hier gibt es keine Unterscheidung der Aufwendungen. Damit ist es möglich, dass Großeltern die Kinderbetreuung regelmäßig nur gegen Fahrtkostenersatz erbringen. Doch Vorsicht! Auch hier werden strenge Maßstäbe an die Vereinbarungen zur Kinderbetreuung gestellt.

(Stand: 26.07.2019)

 

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