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Steuerliche Entlastung von Kindern wird gerechter

 

 

Seit dem 1. Juli 2019 gibt es pro Kind monatlich 10 Euro mehr Kindergeld. Damit werden für das 1. und 2. Kind jeweils 204 Euro, für das 3. Kind 210 Euro und für jedes weitere Kind 235 Euro monatlich gezahlt, vorausgesetzt, das Kindergeld wurde bei der Familienkasse beantragt. Da die Festsetzungsfrist vier Jahre beträgt, kann Kindergeld zwar auch noch rückwirkend beantragt werden. Ausgezahlt wird allerdings maximal für sechs Monate rückwirkend ab dem Datum der Antragstellung.

Kinderfreibeträge können günstiger sein

Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer werden die Freibeträge für Kinder abgezogen, wenn damit eine größere Steuerersparnis erzielt wird, als mit dem Kindergeld. Was günstiger ist, muss das Finanzamt von Amts wegen prüfen. Je Kind und Elternteil wird im Jahr 2019 ein Kinderfreibetrag in Höhe von 2.490 Euro (2.394 Euro in 2018) und ein Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung in Höhe von 1.320 Euro berücksichtigt. Ist das Kindergeld günstiger, werden bei der Veranlagung keine Kinderfreibeträge abgezogen und es verbleibt bei dem gezahlten Kindergeld.

Nur tatsächlich gezahltes Kindergeld ist zu beachten

Für die Günstigerprüfung spielte es bisher keine Rolle, ob tatsächlich Kindergeld gezahlt wurde. Ein Anspruch auf Kindergeld reichte bereits aus. Im schlimmsten Fall wurden Kinder dadurch steuerlich überhaupt nicht berücksichtigt. Da seit dem 1. Januar 2018 Kindergeld nur noch für maximal sechs Monate rückwirkend gezahlt wird, könnte das häufiger passieren. Das hat sich geändert. Kinderfreibeträge werden nur noch mit dem tatsächlich ausgezahlten Kindergeld verglichen. Es ist aber weiterhin erforderlich, dass ein Antrag auf Kindergeld (auch rückwirkend) gestellt wird. Zudem muss ein ablehnender Bescheid auf Zahlung von Kindergeld vorgelegt werden.

Beispiel

Ein Ehepaar hat für ihr am 2. Januar 2018 geborenes Kind erst im August 2019 Kindergeld beantragt. Die Familienkasse setzt das Kindergeld zwar für das gesamte Jahr 2018 (2.328 Euro) und für 2019 (2.388 Euro) fest, zahlt aber nur für die Monate ab März 2019 aus. In der Steuererklärung für 2018 werden die Kinderfreibeträge in Höhe von insgesamt 7.428 Euro angesetzt. Das Finanzamt vergleicht diese mit dem ausgezahlten Kindergeld (0 Euro) und berücksichtigt die Kinderfreibeträge im Steuerbescheid. Das führt bei einem Steuersatz von 30 % zu einer Steuerminderung um 2.228 Euro. Das sind zwar 100 Euro weniger, als das zu beanspruchende Kindergeld. Mit der Alt-Regelung hätten sich die Kinderfreibeträge aber gar nicht steuerlich ausgewirkt, weil eigentlich das Kindergeld günstiger für das Ehepaar gewesen wäre.

(Stand: 02.09.2019)

 

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